Hermann Draab

 

 

Meine Leidenschaft gehört der Musik. Die Harfe ist mein Instrument mit der ich inzwischen verwachsen bin. Mich interessiert insbesondere alte, traditionelle Musik aber auch moderene, rythmische Klänge. Ich schreibe kleine Geschichten, Gedichte und Lieder. Ein kleiner Ausschnitt davon ist hier, auf meiner Internetseite zu sehen.

 

Lichtes Dunkel

Blue Monday Blues

Kleiner Kater Kasimir

Die Oase

Regen

Schönheit und Kunst

Selbstachtung

Der Wurm

Sconenborne

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt viele kleine, unvergessen Momente in meinem Leben an die ich mich gerne erinnere. So war es vor vielen Jahren an einem Sonntagnachmittag Anfang April. Die Luft war glasklar und frostigkühl, doch sowie ich aus dem Schatten des Hauses heraustrat, schienen mir die ersten warmen Sonnenstrahlen angenehm wohltuend ins Gesicht.

 

Ich machte mit meinen Kindern einen Spaziergang um unser kleines Dorf und hatte meinen Blick nach oben, dem strahlend blauen Himmel zugewandt. Soweit ich auch schaute, es war nicht eine kleine Wolke zu sehen, nur neben der gleißend gelben Sonne, war weit im Westen auch der Mond noch zu sehen. Milchig weiß sah er aus und gab trotz seiner Blässe dem Himmel eine ganz andere, neue Dimension, eine Weite und Tiefe die kein Ende zu haben schien. Mit beiden Armen weit ausgestreckt und den Kopf im Nacken, stellte ich mir vor, in diesen unendlichen Raum über mir zu fliegen.

 

Nach einer Weile senkte ich langsam wieder meinen Kopf. Einen Augenblick lang spürte ich den Boden unter mir nicht mehr und mir war schwindelig geworden. Von der Sonne geblendet, blinzelte ich etwas benommen und blickte nach unten auf dem dunklen rauhen Asphalt der Straße. Da lag vor meinen Füßen eine Bussardfeder die ich zuvor nicht gesehen hatte. Es waren tatsächlich zwei, als ich genauer hinschaute, so unversehrt und heil, als ob sie gerade in diesem Moment zu mir herab gefallen waren. Erstaund über den überraschenden Fund, nahm sie vorsichtig vorn am Kiel auf und betrachtete ich sie von allen Seiten wie ein Kunstwerk. Danach steckte ich sie behutsam in eine meiner weiten Jackentaschen und trug sie freudig, erregt mit mir nach Hause.

 

Heute hängen die zwei Federn mit einem roten Faden zusammengebunden, bei mir im Hausflur und immer wenn ich sie anschaue, freue ich mich über dieses schöne Geschenk des Himmels.

 

 

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